{"id":45073,"date":"2005-05-05T21:19:57","date_gmt":"2005-05-05T21:19:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressglass.com\/?p=8243"},"modified":"2016-10-24T12:39:48","modified_gmt":"2016-10-24T10:39:48","slug":"kapitalist-mit-leib-und-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressglass.com\/de\/kapitalist-mit-leib-und-seele\/","title":{"rendered":"Kapitalist mit Leib und Seele"},"content":{"rendered":"<h2>Kapitalist mit Leib und Seele<\/h2>\n<p>Den Inhaber der Kapitalgruppe Press-Glas Arkadiusz Mus interviewt Krzysztof Zielinski<\/p>\n<p>Arkadiusz Mus, Jurist, 43 Jahre, Inhaber der 100% Anteile an der Kapitalgruppe Press-Glas. 1992 hat er seine Stelle bei der Staatsanwaltschaft aufgegeben und die in Konkurs stehende Firma Press-Glas gekauft, die bald zum f\u00fchrenden Isolierglashersteller Polens wurde. 2003 belief sich der Gesamtumsatz der Kapitalgruppe auf 250 Mio. Zl.<\/p>\n<h5>&#8211; Jede Geschichte wird durch ihre Wendepunkte beschrieben. Welche Wendepunkte enth\u00e4lt die Historie der Press-Glas?<\/h5>\n<p>&#8211; 1992 kaufte ich eine im Prinzip pleite gehende Firma auf, die ich dann nachkapitalisieren musste, damit sie endlich richtig funktionieren konnte. Zwei Jahre sp\u00e4ter zogen wir nach Nowa Wies bei Cz\u00eastochowa um, wobei wir das Grundst\u00fcck zum Eigentum erwarben und dann ging es los mit dem Aufschwung unserer Firma. 1995 kauften wir eine neue Linie der Fa. Lisec f\u00fcr Glasverbund. Es war wirklich ein Treffer, denn die Tatsache der Verf\u00fcgung \u00fcber eine ausfallfreie sowie rund um die Uhr laufende Linie verschaffte uns die Marktposition eines zuverl\u00e4ssigen Partners f\u00fcr die Fensterhersteller. Unsere Kunden konnten sich sicher sein, dass die bei uns bestellten Fensterscheiben bei ihnen immer zum vereinbarten Termin und genau nach der Spezifikation eintreffen. Durch unsere Zuverl\u00e4ssigkeit und Sicherung entsprechender Produktqualit\u00e4t zum attraktiven Preis haben wir rasch neue Kunden gewonnen. Um ansteigenden Auftr\u00e4gen gerecht werden zu k\u00f6nnen haben wir jedes Jahr eine neue Glasverbundlinie dazu gekauft (im Moment haben wir gruppenweit 9 Linien). 2001 haben wir die Fa. Celt Tychy gekauft, die dann in Celt-Glas umgewandelt wurde. Nach dem Ausbau des Unternehmens 2002 wurde die Produktionsfl\u00e4che in Tychy von 2000 m2 auf 11 000 m2 aufgestockt. 2004 haben wir den Standort Tczew mit der Fl\u00e4che von 12 000 m2 errichtetet (wir haben da 2 Linien).<\/p>\n<h5>&#8211; Wie sch\u00e4tzen Sie die Marktposition Ihrer Firma?<\/h5>\n<p>&#8211; Wir sind zweifellos der f\u00fchrende Hersteller von Isolierglas; nach unseren Sch\u00e4tzungen decken wir den Marktbedarf zu 25%. Bei Sonderglassorten ist es schon schwieriger das Marktniveau richtig einzusch\u00e4tzen, weil die Branche eher zerkleinert ist, wobei die Firmen vielf\u00e4ltige Produkte, z.B. M\u00f6bel-, Konstruktions- bzw. Autoglas anbieten.<\/p>\n<h5>&#8211; Wie wird Ihre Marktstrategie in der Lage gestaltet, wo Sie einerseits mit kleinen Firmen zu tun haben, die niedrige Preise anbieten und mit ganz kleinem Gewinn auskommen\u2026<\/h5>\n<p>&#8211; Seit einiger Zeit kommt es zu einer Globalisierung weltweit, was auch die Baubranche betrifft. Die beeinflusst auch die tieferen Industriesegmente wie die Fensterherstellung und Fertigung von Isolierglas. W\u00e4hrend der Globalisierungsepoche stehen die Erfolgs- und Entwicklungschancen f\u00fcr Gro\u00dfunternehmen gut, wobei die Kleinbetriebe immer mehr an Bedeutung verlieren. Wir stehen kaum im Wettbewerb mit Kleinfirmen, weil diese in einem etwas anderen Marktsegment wirken. Es ist schon so, dass die kleinen Gl\u00e4serbetriebe auch mit kleinen Fensterfirmen und die Gro\u00dfbetriebe mit Gro\u00dffirmen kooperieren. Ich habe kein Interesse an einem Abnehmer, der 100 Fenster pro Monat herstellt und eine Gl\u00e4serwerkstatt, die 2000 Scheiben monatlich produziert, stellt keine Bedrohung f\u00fcr mich dar. Wir arbeiten mit den Marktf\u00fchrern in Fensterfertigung zusammen und nur die Gro\u00df- und Mittelfirmen sind f\u00fcr uns von Interesse.<\/p>\n<h5>&#8211; \u2026und das kann man auch von Gro\u00dfkonkurrenten sagen, die von weltweiten Konzernen unterst\u00fctzt werden?<\/h5>\n<p>&#8211; Bei Press-Glas handelt es sich um eine polnische Firma mit Privatkapital. Wir sind von keinem internationalen Konzern abh\u00e4ngig. W\u00e4re die Press-Glas 12 Jahre her nicht entstanden und zu einem wichtigen Marktmitspieler geworden, so w\u00e4re unserer Meinung nach der polnische Isolierglasmarkt heute von Gro\u00dfkonzernen monopolisiert, die den Markt unter sich geteilt und die Preise diktiert h\u00e4tten. Die ist ganz von Bedeutung f\u00fcr die polnischen Fensterhersteller. Zum Zeitpunkt wo die Press-Glas auf dem Markt erschienen war, d.h. 1992, war die Eintr\u00e4glichkeit bei Isolierglasfenstern so um die 30-40%. Durch den Markteintritt unserer Firma sind die Preise f\u00fcr Isoliergleisscheiben gesunken, wobei sich die f\u00fcr die Fensterhersteller zug\u00e4ngliche Palette moderner L\u00f6sungen erweitert hat. Es ist jedoch zu betonen, dass der Gewinn auch f\u00fcr uns von Bedeutung ist, denn man produziert die Scheiben schlie\u00dflich darum, um dabei zu verdienen. F\u00fcr einen Firmeninhaber ist der Gewinn die sch\u00f6nste Sache der Welt.<\/p>\n<h5>&#8211; Wie kommen Sie auf dem Baumarkt zurecht, der seit einigen Jahren von einer Krise geplagt wird?<\/h5>\n<p>&#8211; Der Markt ist heute ganz schwierig, die Preise werden gedr\u00fcckt und dies betrifft sowohl die Fenster wie die Scheiben. Dies ist auch generell f\u00fcr die Wirtschaft nicht gut. In den Jahren 1999-2002 waren die bis zu 150 Tagen andauernden Zahlungsverz\u00fcge ein Alptraum, die nach diversen Verschiebungen sogar bis zu einem Jahr ausgedehnt werden konnten. Das Hinausschieben von Zahlungen war darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass man m\u00f6glichst viel Fenster um jeden Preis verkaufen wollte und schuld daran, dass die Zahlungen so ins Wackeln kamen, sind eben die Unternehmer, die solche Zahlungsaufsch\u00fcbe erlaubten. Kommen solche Firmen vor, die ein Zloty an einem Fenster verdienen, ist ein derart Verhalten als gegen sich selbst und zugleich gegen die ganze Branche gerichtet einzusch\u00e4tzen. Dadurch wird die \u00d6konomie ignoriert und der Markt verdorben. Diese Firmen sind ausschlie\u00dflich auf das \u00dcberleben auf dem Markt ohne R\u00fccksicht auf die Konsequenzen orientiert.<\/p>\n<h5>&#8211; Jeder Unternehmer f\u00fchrt seine Firma in seiner Verantwortlichkeit und der Markt schlie\u00dft fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Firmen aus, die schlecht bzw. nicht nach wirtschaftlichen Regeln verwaltet werden.<\/h5>\n<p>&#8211; Ich bin ein Kapitalist mit Leib und Seele, ich w\u00fcrde sagen ein Orthodoxe sogar. Was ich aber gleich sagen m\u00f6chte, klingt gar nicht kapitalistisch: Heute f\u00fchrt man eine Firma kaum noch eigenverantwortlich. Stellt man Leute ein und nimmt man am Wirtschaftsleben teil, ist man dann keine einsame Insel mehr. Man \u00fcbernimmt die Verantwortung f\u00fcr die Gesch\u00e4ftspartner, f\u00fcr Mitarbeiter, f\u00fcr die Umwelt. Die bewusstvollen Unternehmer sp\u00fcren diese Verantwortung schon. Macht aber jemand bankrott und zahlt seine Bankkrediten nicht ab, so beeinflussen seine Schulden die Kondition bzw. die Handlungsverh\u00e4ltnisse auch meiner Firma mit. Heutzutage gehen die Betr\u00fcger pleite, neppen seine Lieferenten, Mitarbeiter, Beh\u00f6rden und Banken und dann gr\u00fcnden salopp neue Firmen und treiben die Schuldenspirale von Neuem an. In solchen F\u00e4llen hei\u00dft nicht nur das Zivilrecht zu versch\u00e4rfen sondern auch das Strafrecht, solche Leute m\u00fcssen einfach von der Wirtschaft ausgeschlossen werden.<\/p>\n<h5>&#8211; Daraus kann man schlie\u00dfen, dass der beste Kunde derjenige ist, der mit Bargeld zahlt?<\/h5>\n<p>&#8211; Zurzeit f\u00e4llt ein Kunde kaum dadurch auf, dass er bar bezahlt, weil die meisten eben auf diese Weise zahlen. Das Problem von Zahlungsstaus machte am meisten 2002 zu schaffen. In den Jahren 2003 und 2004 konnten wir alle unredlichen Partner loswerden und nun kooperieren wir mit solchen Firmen nicht mehr. \u00c4hnlich geht es bei den Fenster- und Glasherstellern zu \u2013 diese wollen nur mit zuverl\u00e4ssigen und ordentlichen Partnern kooperieren. Der Markt wird allm\u00e4hlich in Ordnung gebracht und die unehrlichen bzw. schlecht verwalteten Firmen werden vom Markt ausgeschlossen. Nat\u00fcrlich w\u00fcnschte sich jeder, dass dies schneller vorankommt. Zurzeit versuchen die schon etablierten Firmen sich nur zuverl\u00e4ssige Partner zu w\u00e4hlen. Im Endeffekt ist dies f\u00fcr eine Firma g\u00fcnstiger. Wir erzeugen keine sprunghaften Ums\u00e4tze, daf\u00fcr haben eine stabile und sichere Wachstumsrate bis zu 10%. Kommt keine \u00dcbernahme in Frage, gibt es in der Branche kaum M\u00f6glichkeiten den Absatz um zig Prozent von Jahr zu Jahr bei dem jetzigen Verkaufsniveau (\u00fcber 200 Mio. Zl.) zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h5>&#8211; Was f\u00fcr Ma\u00dfnahmen werden bei Ihrer Firma getroffen um eine gute Produktionsqualit\u00e4t zu erzielen?<\/h5>\n<p>&#8211; Seit Firmen\u00fcbernahme waren wir immer um die Qualit\u00e4t bem\u00fcht. Wir haben 13 Jahre Erfahrungen und den Kampf um Produktqualit\u00e4tssicherung hinter uns. Wir haben uns auch stets bem\u00fcht preism\u00e4\u00dfig g\u00fcnstig zu liegen. Der Wettbewerb behauptet ab und zu, wir dr\u00fcckten die Preise, wobei wir nur immer attraktive Marktpreise gehabt haben. Da m\u00f6chte ich auch darauf hinweisen, dass der Marktpreis immer eine Ableitung der Preise von verschiedenen Marktteilnehmern ist und zwar von Gro\u00dffirmen bis hin zu Lokalproduzenten, die niedrige Kosten haben und dadurch einen g\u00fcnstigen Preis anbieten k\u00f6nnen. Wir waren unter den Ersten, die sich nach ISO (schon 1999) zertifiziert haben. Wir sind der Meinung, dass das Qualit\u00e4tswesen kein Kostenr\u00e4uber ist, wie man ab und zu glaubt, und wir k\u00f6nnen dessen Rolle richtig einsch\u00e4tzen. Wir nehmen die sich aus ISO 9001 ergebenden Vorteile ganz bewusst wahr. Nun kommen zu mir Abteilungsleiter, die Auditsdurchf\u00fchrungen beantragen. Bei anderen Firmen ist es kaum anzutreffen und sogar vorzustellen, dass die Mitarbeiter mittlerer Stufe um Audits bitten. Ein gut eingeleitetes ISO-System ordnet bestimmt die Abl\u00e4ufe bei der Firma. Um etwas gut zu produzieren reicht die Losung: \u201evon heute an werden wir gut produzieren\u201c nicht aus. Es muss eine st\u00e4ndige Praktik bei der Firma sein \u2013 es muss an den Bereichseitern, den Vorarbeitern, Mitarbeitern und sogar na Reinigungskr\u00e4ften mit eingepr\u00e4gtem Qualit\u00e4tsbewusstsein liegen. Ob das entsprechende Qualit\u00e4tsniveau erreicht wird oder nicht, ist auch durch jahrelange Erfahrung bedingt. Wir bem\u00fchen uns st\u00e4ndig darum die Qualifikation der Belegschaft zu steigern, es finden interne Schulungen statt, die durch Qualit\u00e4tswesen erfolgen, sowie von Fremdfirmen gef\u00fchrte Schulungen. Wir verf\u00fcgen \u00fcber den besten und modernsten Maschinenpark europaweit. An jedem Arbeitsplatz finden Pr\u00fcfabl\u00e4ufe statt, die dann vom Qualit\u00e4tswesen nachvollzogen werden. Insbesondere Mitarbeiter dieses Bereichs sind zu st\u00e4ndigem Dazulernen und Verfolgen der auf dem Markt neu erschienenen Technologien und Ideen verpflichtet.<\/p>\n<h5>&#8211; Die Firmenergebnisse werden auch durch die Kundenbeziehungen mit beeinflusst. Wie ist Ihre Politik in diesem Bereich?<\/h5>\n<p>&#8211; Wir schlagen dem Kunden immer etliche Kooperationsl\u00f6sungen vor, so dass er die ihm am besten zusagende w\u00e4hlen kann. Die Kunden sind schon firmentreu und gehen meistens nicht weg. Nat\u00fcrlich passiert es, dass wir auf Gesch\u00e4fte mit manchen Kunden verzichten, haupts\u00e4chlich auf Grund nicht geregelter Zahlungen. Die Kundenbeziehungen werden bei uns unter dem Gesichtspunkt Produkt darunter der Qualit\u00e4t und Preisg\u00fcnstigkeit wahrgenommen. Pers\u00f6nlicher Kontakt und Relationen mit Kunden stellen zus\u00e4tzlichen Vorteil dar, welcher die Kontaktatmosph\u00e4re positiv beeinflusst.<\/p>\n<h5>&#8211; Wo au\u00dfer Polen suchen Sie Ihre Kunden aus?<\/h5>\n<p>&#8211; Uns liegen Unterlagen vor, die unsere Produkte zum Handelsverkehr in den benachbarten L\u00e4ndern, d.h. ganz Skandinavien, Deutschland, Ukraine, Tschechien, Slowakei sowie den weiter entfernten wie D\u00e4nemark und Holland zulassen. Da unsere Isolierscheiben die Anforderungen von Euronormen erf\u00fcllen, k\u00f6nnen wir diese auch in England, Irland, Estland, Litauen, Lettland bzw. in noch anderen L\u00e4ndern anbieten. Obwohl wir zurzeit nicht mit all diesen L\u00e4ndern kooperieren, doch kontrollieren wir diese M\u00e4rkte durchgehend. Wir versuchen immer zuerst zu erfahren, wie sich der Bedarf bei ausl\u00e4ndischen Kunden gestaltet, wie das Potential des jeweiligen Marktes und die Entwicklungsaussichten liegen. Nach solcher Vorbereitung versuchen wir zu den f\u00fchrenden Firmen im jeweiligen Gebiet zu gelangen und unsere Produkte ihnen anzubieten. Es handelt sich immer um bedeutende Unternehmen, so sind sie eigentlich leicht zu finden und das Wesentliche dabei besteht in der Erkennung ihres Bedarfs, damit er entsprechend gedeckt werden kann. Wir planen jedoch keine schlagartige Expansion. Eine sehr intensive Entwicklung in allen Richtungen k\u00f6nnte auch eine Bedrohung f\u00fcr angemessenes Niveau unserer Leistungen darstellen, so konzentrieren wir uns im Moment darauf, dass sowohl die polnischen wie die ausl\u00e4ndischen Marktf\u00fchrer es mit uns \u201enoch besser haben\u201c und ihre Marktposition durch die Kooperation mit uns noch verst\u00e4rken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>&#8211; Was f\u00fcr eine Rolle kommt dem Standort Tczew in ihren Pl\u00e4nen zu?<\/h5>\n<p>&#8211; F\u00fcr uns ist Polen der wichtigste Markt. Das Werk Tczew ist eigentlich entstanden um die Firmen in Nordpolen zu beliefern und die Belieferungsm\u00f6glichkeit der nordeurop\u00e4ischen Firmen ist ein zus\u00e4tzlicher Vorteil dieses Standortes. In Tczew verf\u00fcgen wir im Moment \u00fcber ausreichenden Platz f\u00fcr 5-6 Linien, jetzt stehen da zwei Anlagen und dieses Jahr soll noch eine aus Tychy dazu versetzt werden. Wir m\u00f6chten drei neue Anlagen in Tczew in K\u00fcrze starten, was bei den bestehenden 9 Linien einen Kapazit\u00e4tsanstieg um 30% bedeutet.<\/p>\n<h5>&#8211; Es m\u00fcssen doch noch Kunden f\u00fcr die Produkte von den drei neuen Linien gefunden werden\u2026<\/h5>\n<p>&#8211; Die bisherige Geschichte der Press-Glas beweist, dass wir schon imstande sind dies zu schaffen. Heute sind wir schon eine angesehene Firma. Wir m\u00fcssen die Kunden nicht wie unsere Konkurrenten durch den Preis gewinnen. Heutzutage haben wir immer \u00f6fter mit bewusster Kundschaft zu tun, die nicht nur den Preis, sondern auch die Qualit\u00e4t, die Lieferterminlichkeit sowie die zuverl\u00e4ssige Kooperation richtig einsch\u00e4tzen kann. Dar\u00fcber hinaus stecken wir in unser Glas auch ein St\u00fcck Herz, was in unserem Fall bedeutet sich sein Wissen und Erfahrung um das Glas mit dem Kunden teilen und diesen genau nach seinem Wunsch zu betreuen. Wir wissen, dass der Fenster- und T\u00fcrenmarkt in Polen ein schwieriger Markt ist, wo man mit dem Kunden flexibel umgehen muss, ohne ihm starre Kooperationsrahmen aufzuzwingen. Man unterh\u00e4lt sich viel mit den Kunden und macht sich mit ihren Problemen vertraut, dabei wird ihnen z.B. auch die Unterst\u00fctzung unserer Rechtskanzlei bei Einzugsproblemen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<h5>&#8211; Sagen Sie mal bitte, in welcher Richtung die Angebotserweiterung bei Sonderglas erfolgen wird. Schon jetzt bieten Sie vorgespanntes sowie mechanisch bearbeitetes Glas mit L\u00f6chern und Ausschnitten und sogar Brandschutzglas an.<\/h5>\n<p>&#8211; Wir \u00fcberlegen nun den Einkauf eines neuen Ofens zum Glasvorspannen und -biegen, damit wir auch Verarbeitung von d\u00fcnnerem Glas anbieten k\u00f6nnen. Wir planen auch Speziellmaschinen dazu zu kaufen, damit wir noch h\u00f6her verarbeitete Produkte anbieten k\u00f6nnen. Wir erw\u00e4gen nun die M\u00f6glichkeit unser Angebot um vollst\u00e4ndige Fertigprodukte, d.h. Treppen, T\u00fcren und Tennw\u00e4nde aus Glas sowie Glas f\u00fcr sonstige Glasbauteile zu erweitern, dazu noch unser Angebot \u00fcber Fassaden- und Innenausbauglas weiter auszudehnen.<\/p>\n<h5>&#8211; Wie ist Ihr Erfolgsrezept?<\/h5>\n<p>&#8211; Im Allgemeinen enth\u00e4lt ein Erfolgsrezept folgende Anforderungen: Man muss mittelm\u00e4\u00dfig intelligent zur Welt kommen, eine einigerma\u00dfen gute Schule absolvieren, sehr viel arbeiten und dann doch etwas Gl\u00fcck haben. Bei Press-Glas war die Tatsache von gro\u00dfer Bedeutung, dass wir 1992 und 1993 in eine ausgesprochen Entwicklungsbranche eingegangen waren und eine Gruppe von Leuten zusammengebracht haben, die bereit waren schwer zu arbeiten um erfolgreich zu werden. In der damaligen Zeit wurde in Polen ca. 500 Tsd. m2 Isolierscheiben produziert, wobei man monatelang f\u00fcr die Abnahme bestellter Scheiben warten musste. Heute werden ca. 11 Mio. m2 Scheiben hergestellt. Da sieht man die enorme Produktionszunahme und wir wussten es die entstehenden M\u00f6glichkeiten wahrzunehmen.<\/p>\n<h5>&#8211; Nach welchen Regeln w\u00e4hlen Sie Ihre Mitarbeiter und was erwarten Sie von ihnen?<\/h5>\n<p>&#8211; Da habe ich schon den Riecher: In der ersten Entwicklungsetappe der Firma habe ich die Leute selber gew\u00e4hlt und jetzt wird dies von entsprechenden Leitkr\u00e4ften \u00fcbernommen. Die ersten 10 Jahre lang habe ich 7 Tage die Woche immer 12 Stunden pro Tag gearbeitet und nun versuche ich auch meinen Mitarbeitern eine \u00e4hnliche verantwortungsvolle Arbeitsphilosophie einzupr\u00e4gen. Die ganze Press-Glas-Gruppe arbeitet die ganze Woche lang samstags inklusive und manchmal kommen die Leute auch noch sonntags zur Arbeit. Die brauche ich gar nicht dazu zu \u00fcberreden, denn sie sind dessen bewusst: Als die Firma z.B. 1999 einen ordentlichen Gewinn verzeichnete, wurden sie auch entsprechend belohnt. Den jungen Leute, die hier arbeiten, ist auch Folgendes bekannt: W\u00fcrde unsere Firma in 5 Jahren gr\u00f6\u00dfer werden, steigen dann auch deren L\u00f6hne an. Heutzutage kann ein junger Mensch schwierig eine Firma finden, mit der er auch erfolgreich werden k\u00f6nnte. Bei Press-Glas wei\u00df ein Mitarbeiter schon, dass sein Gehalt mit seiner Firma auch wachsen wird. Wir lassen die Leute gut verdienen, dabei aber stellen wir nur die besten ein. Kommt z.B. ein besserer Informatiker, dann entlassen wir den schlechteren und stellen den besseren ein. Deswegen geben die Leute sich aus um \u201ethe best\u201c zu sein und den Job nicht verlieren. Die Schwachen m\u00fcssen aus der Firma raus, denn nur so kann man eine effektive Firma aufbauen. Bei Press-Glas sind Leute eingestellt, die im Moment wirklich die besten branchenweit sind.<\/p>\n<h5>&#8211; Wie beteiligt sich die Firma Press-Glas am lokalen Gesellschaftsleben?<\/h5>\n<p>&#8211; Wir unterst\u00fctzen ganz stark die Kinder \u2013 haupts\u00e4chlich in Schulen und Kinderg\u00e4rten. Unsere Hilfe ist sehr zerstreut, da ich grunds\u00e4tzlich gegen irgendwelche konzentrierte und spektakul\u00e4re Aktionen bin. Es gibt viele Leute mit unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen, wir bem\u00fchen uns darum den m\u00f6glichst meisten auch nur noch etwas zu geben. Dadurch ist unsere Hilfe weniger auffallend, jedoch denken wir insgesamt wirksamer. Zu der Gruppe Press-Glas geh\u00f6rt auch die Firma Tytan, die f\u00fcr Forderungen zust\u00e4ndig ist und durch welche wir die in der ersten Liga auftretende Volleyballmannschaft Tytan Czestochowa sponsern.<\/p>\n<p>&#8211; Vielen Dank f\u00fcr das Interview und viel Erfolg auch f\u00fcr die Zukunft.<br \/>\nInterview gef\u00fchrt von Krzysztof Zielinski <\/p>\n<p><em>Quelle: Swiat Szkla, April 2005<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Aprilausgabe des Monatsblattes &#8222;Swiat Szkla&#8220; (Glaswelt) erschien ein umfangreiches Interview mit dem Inhaber der Press-Glas-Gruppe. 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